Vom Verwaltungsrat vorgeschlagen wird Matthias Senn. Der 58jährige Bauingenieur ETH SIA war in den vergangenen 16 Jahren Stadtrat und Bauvorsteher der Stadt Kriens und in dieser Funktion bereits Mitglied im VR. Er ist seit 1.9.2020 selbständiger Fachberater für politische Planungs- und Bauprozesse.

Was ist Ihre Motivation, diese Aufgabe zu übernehmen?

Die Sonnenbergbahn ist eines der Krienser Wahrzeichen. Sie ist fahrender Denkmalschutz, die 120 Jahre nach dem Bau immer noch existiert. Meine Motivation besteht darin, den Betrieb wirtschaftlich und politisch für die nächsten Jahre und hoffentlich Jahrzehnte zu sichern. 

Welches ist ihr Bezug zur Sonnenbergbahn?

Da ich in Kriens aufgewachsen bin, war es schon in der Jugendzeit ein Erlebnis, mit der Sonnenbergbahn zu fahren. Die Sonnenbergbahn ist aber auch meine erste politische Erfahrung, dass man in einer Demokratie mitbestimmen kann. Ich war noch nicht 6 Jahre alt und mein Nachbar, Patrizio Mazzola war 12 Jahre alt. Er baute in seinem Zimmer die Sonnenbergbahn nach und überzeugte die Hausbewohner, gegen die Schliessung zu stimmen. Vielleicht waren das die 7 Stimmen Differenz, dass die Liquidation im Jahr 1968 vom Krienser Stimmvolk (damals nur Männer) abgelehnt wurde. Patrizio Mazzola war dann während 15 Jahren mein Klavierlehrer, ist heute Konzertpianist und unterrichtet an den Musikhochschulen Bern und Luzern.

Was schätzen Sie besonders am Sonnenberg?

Der Sonnenberg ist nicht nur ein sehr wertvoller und schöner Naherholungsraum, er hat auch eine spannende Geschichte um das Grand Hotel, die Sonnenbergbahn,  die Wolfsschlucht und den Abbau von Kohle und anderen Materialien. 

Wo sehen Sie die grösste Herausforderung für die Sonnenbergbahn in den kommenden Jahren?

Die Stadt Kriens stellt jährlich grosszügige personelle Ressourcen und Fr. 85‘000 an finanziellen Mitteln für den Betrieb der Sonnenbergbahn zur Verfügung. Die Bahn ist ein Gemeindebetrieb und eine freiwillige Leistung. Freiwillige Leistungen kommen in Zeiten von knappen finanziellen Ressourcen immer wieder auf den politischen Prüfstand. Es ist unsere Aufgabe, genügend finanzielle Mittel zu erwirtschaften, damit die finanzielle Abhängigkeit von der Stadt nicht grösser wird. Der bauliche Unterhalt ist so zu planen, dass die Erneuerung der Konzession im Jahr 2026 durch das Bundesamt für Verkehr selbstverständlich sein wird. Im Marketing sehe ich Nachholbedarf beim Bekanntheitsgrad in der Region. Ausserhalb von Kriens und Luzern gibt es viele Menschen, die noch nie von der Sonnenbergbahn gehört haben. 

Wo ist für Sie der schönste Ort auf dem Sonnenberg?

Die Terrasse der Sonnenbergbahn steht in harter Konkurrenz mit der Chrüzhöchi. Nachdem die Autoren des Buchs „Alleen der Schweiz“ festgestellt haben, die Fahrt mit der Seilbahn und dem anschliessenden Alleenrundgang via Chrüzhöchi und Wolfsschlucht sei schweizweit einmalig, darf durchaus der ganze Rundgang als schönster Ort bezeichnet werden.

 

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